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19. April 2012 4 19 /04 /April /2012 16:19
Nozomi Shinkansen Japan
Nozomi Shinkansen Japan - postcrossing

 

 

Nozomi heißt Hoffnung im Japanischen. Und Hoffnung wurde mit der Einführung dieses Zuges in Japan der 1990er Jahre verbunden: Hoffnung auf eine wirtschaftlich positive Zukunft, die das Land nach der beginnenden Rezession Anfang der 1990er Jahre in den Sog der asiatischen Wirtschaftskrisen gerissen hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Japan Hoffnung dringend nötig und sich den Traum von der Industrienation während der Hochwachstumsphase in den 1960er Jahren erfüllt. Der Shinkansen, Japans Superschnellzug, zeigte der Welt deutlich, dass Japan eine ernst zu nehmende Industrienation war. Noch einige Jahre zuvor lag die Wirtschaft brach und nun stieß Japan mit den Shinkansen in technologische Dimensionen vor, die selbst den Industrienationen Europas und Amerikas zu gewagt erschienen. Der Nozomi verkehrt heute auf den Linien Tokaido und Sanyo.

 

Er verbindet damit die Hauptstadt Tokyo, in Zentraljapan, mit den wichtigen Industriestädten Nagoya, Kyoto, Osaka und Hakata. Hakata ist Ausgang für Reisende auf die Nachbarinsel Kyushu. Im Gegensatz zu den anderen Zügen dieser Linien, hält der Nozomi nur an wenigen Haltestellen und schafft die Strecke dementsprechend schneller. Er fährt dabei bis zu 300km/h schnell. Nicht nur die Strecken wurden ausgebaut, sondern auch die Züge selber. Markant ist ihr stromlinienförmiges Äußeres mit der "Nase". Ihre Aerodynamik ist sehr gut, so dass sie Geschwindigkeiten bis 500 km/h aufstellen können. 1987 wurde die neue Serie, der "Super-Hikari" vorgestellt. Mit der 1992 eingeführten Nozomi-Reihe besitzt Japan mittlerweile das effizienteste und beste Verkehrsnetz der Welt.

 

Dabei waren die Nozomi-Züge nicht einmal eine neue Entwicklung. Bereits 1934 hatte Japan eine Zuglinie in Korea und Manchukuo so bezeichnet. Damals war die Hoffnung Japans zwar auch wirtschaftlich geprägt, aber vor allem dadurch, dass man mit der Ostasiatischen Wohlstandssphäre dem Traum von einem Weltreich sehr nahe kam. Die Hoffnung dreißig Jahre später, im modernen und pazifistischen Japan, war dagegen rein technisch und wirtschaftlich. Japan wollte der Welt demonstrieren, dass es ein friedliches Land mit einer großen Zukunft ist. Es ist demnach auch nicht verwunderlich, dass die Shinkansen, die Superschnellzüge Japans, 1964 wirksam während der Olympischen Spiele in Tokyo ihre Fahrt aufnahmen. Noch heute verbinden viele Menschen den Shinkansen, der vor dem Fuji fährt, symbolisch mit Japan.

 

Der Nozomi ist technologisch zwar nicht so schnell wie seine Vorgänger und Nachfolger, aber kann im Schnitt 300 km/h fahren, was ihn sehr stabil und zuverlässig macht. Die Nozomi-Züge gehören heute zu den Baureihen 500, 700 und N700 und damit zu den modernsten und ausgereiftesten Zügen. Durch die Modernisierung des alten Schienennetzes zwischen Tokyo und Osaka ist es heute möglich, mit 360 km/h im Schnitt diese Linie zu bedienen. Der Nozomi feiert in diesem Jahr, 2012, sein zwanzigjähriges Jubiläum und hat dabei seinem Namen alle Ehre gemacht. Die Hoffnung hat sich bestens erfüllt, denn noch heute sind die Nozomi-Züge und der Shinkansen das Symbol des aufstrebenden Japan. Der Nozomi ist derzeit der schnellste der Superschnellzüge in Japan.

 

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