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9. Dezember 2011 5 09 /12 /Dezember /2011 17:12

Polar Bear Local Post


In den USA gibt es bis heute kleine, von Privatleuten betriebene Postämter, die z.B. in abgelegenen Ecken des Landes oder auf kleinen Inseln die Post einsammeln und zum nächsten Postamt des U.S. Postal Service weiterleiten. Viele dieser privaten Poststationen geben ihre eigenen Briefmarken und Ersttagsbriefe heraus, viele davon sind gesuchte Sammlerstücke.

Die Polar Bear Local Post in Deadhorse, Alaska war so ein Postamt. Ein Ein-Mann-Bertrieb, gegründet 1929 von Paul Mills, der aus San Francisco nach Alaska kam. Die Ölfelder an der North Slope der Prudhoe Bay in Alaska sind damals wie heute die größten Vorkommen der USA. Paul Mills, der in San Francisco schon im Restaurant-Business gearbeitet hatte, fing als Küchenchef in einem der 65 Camps für die 10.000 Arbeiter der Trans Alaskan Pipeline an. Er muss neben seinem eigentlichen Job viel Zeit gehabt haben, denn er eröffnete noch im selben Jahr ein Postamt in seinem Camp Mukluk und nannte es Polar Bear Local Post.
Er bot als Service nicht nur den Transport der Post nach Fairbanks, der nächstgrößeren Stadt, an - von wo die Post an ihre Bestimmungsorte in den USA und der ganzen Welt weitergeschickt wurde -, sondern auch die Postverbindung der Camps untereinander - für 65 Camps keine kleine logistische Aufgabe.
Berühmt wurde die Polar Bear Local Post wegen der von Paul Mills entworfenen Briefumschläge mit Motiven der Region und der heimischen Tierwelt, er malte z.B. das Walross, den Alaska-Raben und natürlich immer wieder Eisbären. Die mit seinen Zeichnungen und Aquarellen auf Vorder- und Rückseite bedruckten Umschläge wurden in den Läden der Camps verkauft und waren bei den Arbeitern sehr beliebt. So schmückte den Gruß nach Hause ein optisches Souvenir aus Alaska und ein Stempel mit dem Namen des jeweiligen Camps - viel persönlicher als ein in Fairbanks abgestempelter Brief.
Paul Mills entwarf auch seine eigenen Poststempel, ein häufig verwendeter zeigt einen Eisbären, der sich mit einem breiten Lächeln auf der Schnauze gegen einen Bohrturm lehnt. Eine Eisbärin und ihr Junges auf einer Eisscholle sind auf einer Briefmarke der Polar Bear Local Post abgebildet.


Nachdem die Camps der Trans Alaskan Pipeline 1977 geschlossen worden waren, konnte sich Paul Mills ganz seinem Hobby widmen. Philatelisten und Sammler aus aller Welt schrieben an die Polar Bear Local Post und baten um seine kleinen Kunstwerke. Es wird geschätzt, dass Paul Mills in den 55 Jahren als Postmeister der Polar Bear Local Post über 6.000 davon verschickt hat. So wie eine Lady ihre Briefe mit ihrem Parfüm betupft, versah er seine Briefe manchmal auf der Rückseite mit einem kleinen Tropfen des in der Nähe geförderten, kostbaren Öls.
Die Polar Bear Local Post schloß 1984 nach dem Tod von Paul Mills, seine "Mail Art" aber wird bis heute geliebt und gesammelt.

 

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